Mittwoch, 24. Oktober 2012

Ungleichheit und Wirtschaftswachstum


Neulich erschien in NYTimes zum Thema Einkommensungleichheit ein Artikel (“Income Inequality May Take Toll on Growth”), der viel Interesse ausgelöst hat.

Ein paar IWF-Ökonomen berichten, dass Perioden grösserer Einkommensunterschiede in vielen Ländern ein Rückgang des Wirtschaftswachstum folgt.

Claude Fischer (h/t to Mark Thoma) bemerkt dazu in einem lesenswerten Eintrag („A cost of inequality: growth“) im Berkeley Blog, dass es eigentliche „old news“ ist. Vor etwa 20 Jahren zeigte die Forschung, dass Ungleichheit wahrscheinlich das Wirtschaftswachstum dämpfen würde.

Es gilt, zu wiederholen, nicht nur, weil die Berichterstattung über die elenden Auswirkungen der Ungleichheit nun beim IWF angekommen ist, sondern weil so viele Menschen Nachrichten widerstehen. 

Sie bestehen stattdessen darauf, dem Gegenteil zu glauben, dass die Ungleichheit die Wirtschaft ankurbele, wovon am Ende alle profitieren. Und dieses Beharren hat natürlich politische Implikationen im Augenblick, unterstreicht der an der UC Berkeley Soziologie lehrende Professor.


Prozent aller Einnahmen durch die oberen Zehnten (1917-2007), Graph: Prof. Claude Fischer

In einer solchen Debatte kommt es auf die Fakten an. Es wird nämlich zunehmend deutlicher, dass Gleichheit, nicht Ungleichheit eine bessere Politik für das Wirtschaftswachstum ist.

Weiter zum Thema "Ungleichheit vs Wirtschaftswachstum" in diesem Blog: hier, hier und hier.

Keine Kommentare: